Der Onlinehandel wächst wieder, doch Wachstum ist kein Selbstläufer mehr: Der Wettbewerb um jede Bestellung wird härter. Dieser Report bündelt die wichtigsten Zahlen zu Umsatz, Conversion und Kundenbindung und ergänzt sie um exklusive DooFinder-Daten dazu, wie Kunden in deutschen Shops tatsächlich suchen. So sehen Sie auf einen Blick, wo 2026 die größten Hebel für Ihren Shop liegen.
Das Wichtigste in Kürze
Der deutsche Onlinehandel ist 2025 erstmals seit 2021 wieder in allen Quartalen gewachsen: auf 83,1 Mrd. Euro Brutto-Umsatz mit Waren, ein Plus von 3,2 %. Für 2026 erwarten bevh und EHI weitere 3,8 %. Gleichzeitig bleiben die alten Baustellen bestehen: Rund 70 % aller Warenkörbe werden abgebrochen, und Kunden finden im Shop oft nicht, wonach sie suchen.
In diesem E-Commerce Report fassen wir zusammen, was 2025 geprägt hat und welche Strategien 2026 tragen. Neu in dieser Ausgabe: eine Auswertung von über einer Million Suchanfragen aus deutschen Onlineshops, erhoben mit DooFinder im ersten Quartal 2026.
Umsatzentwicklung: global und in Deutschland
Weltweit soll der E-Commerce-Umsatz laut Statista Market Insights 2026 rund 3,89 Billionen US-Dollar erreichen, ein Plus von 6,2 % gegenüber 2025. Bis 2031 erwartet Statista rund 5,17 Billionen US-Dollar. Größter Einzelmarkt sind die USA mit rund 1,22 Billionen US-Dollar; gezählt werden nur B2C-Umsätze mit physischen Waren, ohne Re-Commerce.
In Deutschland erreichte der Brutto-Umsatz mit Waren 2025 laut bevh 83,1 Mrd. Euro nach 80,6 Mrd. Euro im Vorjahr. Das Wachstum von 3,2 % lag deutlich über der eigenen Prognose von 2,5 %. Für 2026 rechnen bevh und EHI Retail Institute mit nominal 3,8 % Wachstum, obwohl die Konsumstimmung schwach bleibt.
Auffällig ist die Struktur dahinter: Jeder dritte Onlinekunde in Deutschland (34,2 %) bestellt im Schnitt zweimal pro Woche oder öfter. Zu den stärksten Kategorien zählten Medikamente mit +6,0 %, während Elektronik und Telekommunikation schon 2024 rückläufig waren. Für Shops heißt das: Wachstum entsteht weniger durch neue Kunden als durch häufigere Käufe bestehender Kunden.
Wie Kunden in deutschen Onlineshops suchen
Kunden in deutschen Modeshops suchen extrem kurz: 89,5 % aller Suchanfragen bestehen aus einem einzigen Wort. Das zeigt unsere Auswertung von 1.078.021 Suchanfragen zu 2.959 Suchbegriffen, die im ersten Quartal 2026 über die DooFinder-Suche in deutschen Modeshops eingegeben wurden. Berücksichtigt wurden nur Begriffe mit mindestens 50 Suchen in mindestens fünf verschiedenen Shops.
„Sale“ ist der wichtigste Suchbegriff. Mit 90.116 Suchen entfallen 8,4 % aller Anfragen auf dieses eine Wort. Die Kundschaft ist preisbewusst und erwartet, Aktionsware direkt über die Suche zu finden. Wer „sale“ nicht auf eine gepflegte Ergebnisseite leitet, verschenkt die kaufbereitesten Besucher.
Saisonale Spitzen sind klar messbar. Im ersten Quartal standen Begriffe rund um Karneval weit oben: „Kostüm“ mit 5.828, „Karneval“ mit 1.633 und „Fasching“ mit 1.414 Suchen. Regionale Synonyme für denselben Anlass zeigen, warum eine Suche Synonyme kennen muss.
Kurze Anfragen brauchen eine intelligente Suche. Wer nur „Jacke“ eintippt, gibt weder Größe noch Farbe oder Anlass mit. Gute Ergebnisse entstehen dann über Ranking, Filter, Tippfehlertoleranz und Personalisierung, nicht über die Eingabe selbst.
Die vollständige Analyse mit Kategorien, Service-Suchen und Anomalien finden Sie in unserem Beitrag zum Suchverhalten im Onlineshop Mode.
Konversionsraten und Warenkorbabbrüche
Die durchschnittliche Conversion-Rate im E-Commerce lag 2025 branchenübergreifend bei rund 2,2 %. Gesundheit und Schönheit führen mit knapp 3 %, Lebensmittel und Getränke erreichen etwa 2,4 %.
Der größte Hebel liegt nach wie vor im Checkout. Laut einer Meta-Analyse des Baymard Institute über 50 Studien werden im Schnitt 70,2 % aller Warenkörbe nicht abgeschlossen. Der Wert schwankt seit über zehn Jahren kaum. Hauptgründe sind unerwartete Zusatzkosten, komplizierte Checkouts und eine erzwungene Kontoerstellung. Mehr dazu in unserem Beitrag zum Warenkorbabbruch.
Kundengewinnung und Kundenbindung
Neukunden werden teurer, Bestandskunden wertvoller. Die durchschnittlichen Kundengewinnungskosten (CAC) im E-Commerce liegen bei rund 80 Euro (87 US-Dollar), bei einer globalen Kundenbindungsrate von etwa 30 %.
Wie stark Bindung wirkt, zeigt eine viel zitierte Analyse von Bain & Company: Schon 5 % mehr Kundenbindung können den Gewinn um 25 bis 95 % steigern, je nach Branche. Die deutschen bevh-Zahlen bestätigen die Richtung: Ein Drittel der Onlinekunden kauft mehrmals pro Woche ein. Loyalitätsprogramme, personalisierte Angebote und ein Shop, in dem Stammkunden schnell finden, was sie suchen, zahlen direkt darauf ein.
Technologie und Nachhaltigkeit
Künstliche Intelligenz ist im Shop-Alltag angekommen. Sie steckt in Produktempfehlungen, Chatbots für Standardanfragen und zunehmend in der Suche selbst: KI-Assistenten beantworten Fragen im Dialog, statt nur eine Trefferliste zu liefern. Für Händler zählt dabei weniger die Technologie als die Frage, ob Kunden schneller zum passenden Produkt kommen.
AR und VR bleiben ein Nischenthema mit klarem Nutzen. Anwendungen wie die AR-Funktion von IKEA, mit der Möbel virtuell im eigenen Zuhause platziert werden, sollen Fehlkäufe und damit Retouren reduzieren. Breit eingesetzt wird die Technik bislang vor allem bei Möbeln, Brillen und Kosmetik.
Re-Commerce wächst am schnellsten. Der gewerbliche Handel mit Gebrauchtware wuchs in Deutschland 2025 laut bevh um 21,8 % auf 1,96 Mrd. Euro und damit stärker als jede andere Kategorie. Plattformen wie Vinted treiben den Trend, aber auch klassische Händler bauen eigene Second-Hand-Angebote auf.
Erfolgsstrategien für 2026
1. Die Onsite-Suche als Umsatzkanal behandeln. Wer sucht, will kaufen. Bei fast 90 % Ein-Wort-Anfragen entscheidet die Suche, ob aus „sale“ oder „jacke“ ein Kauf wird. Synonyme, Tippfehlertoleranz, Searchandising und eine gepflegte Null-Treffer-Liste gehören deshalb zu den schnellsten Hebeln für mehr Conversion.
2. Hyperpersonalisierung. Empfehlungen und Suchergebnisse, die sich an Browsing-Verlauf, Kaufhistorie und Saison orientieren, steigern Relevanz und Warenkorbwert. Gerade bei kurzen Suchanfragen ersetzt Personalisierung den Kontext, den der Kunde nicht eintippt.
3. Omnichannel. Click & Collect, Verfügbarkeitsanzeigen für Filialen und QR-Codes im Laden verbinden Online und Offline. Laut einer Befragung der Aberdeen Group von 2013 halten Unternehmen mit starker Omnichannel-Strategie 89 % ihrer Kunden, gegenüber 33 % bei Unternehmen mit schwacher Umsetzung.
4. Automatisierung. Bestandsmanagement, Kundenkommunikation und verhaltensbasierte E-Mail-Strecken lassen sich weitgehend automatisieren. Nucleus Research beziffert den Effekt von Marketing-Automation auf die Vertriebsproduktivität mit durchschnittlich 14,5 %.
Fazit
Der E-Commerce wächst 2026 weiter, in Deutschland voraussichtlich um 3,8 %. Gewinner sind Shops, die vorhandene Nachfrage besser ausschöpfen: weniger Warenkorbabbrüche, mehr Bindung und eine Suche, die auch aus einem einzigen Wort das richtige Produkt macht.
Quellen
Alle Zahlen im E-Commerce Report 2026 und wo sie herkommen.
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bevh / EHI Retail Institute
E-Commerce-Umsatz in Deutschland 2025, Prognose 2026, Re-Commerce
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Statista Market Insights
Globaler E-Commerce-Umsatz 2026 und Prognose bis 2031
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Baymard Institute
Durchschnittliche Warenkorbabbruchrate, Meta-Analyse aus 50 Studien
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DooFinder Suchdaten
1.078.021 Onsite-Suchanfragen in deutschen Modeshops, Q1 2026
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DooFinder × YouGov Deutschland
Online-Shopping-Studie zum Kaufverhalten in Deutschland
Eigene Erhebung -
Bain & Company
5 % mehr Kundenbindung, 25–95 % mehr Gewinn (Frederick Reichheld)
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Aberdeen Group
„Omni-Channel Customer Care“, Befragung von 305 Unternehmen, 2013
FAQ: Häufig gestellte Fragen zum E-Commerce Report 2026
Der Brutto-Umsatz mit Waren lag 2025 bei 83,1 Mrd. Euro, ein Plus von 3,2 %. Für 2026 erwarten bevh und EHI Retail Institute ein Wachstum von 3,8 %.
Laut Statista Market Insights wächst der weltweite B2C-Umsatz von rund 3,89 Billionen US-Dollar im Jahr 2026 auf voraussichtlich 5,17 Billionen US-Dollar im Jahr 2031, im Schnitt um 5,8 % pro Jahr.
Im Schnitt werden rund 70 % aller Warenkörbe abgebrochen (Baymard Institute). Die häufigsten Gründe sind unerwartete Zusatzkosten, komplizierte Checkouts und eine erzwungene Kontoerstellung.
Sehr kurz: In deutschen Modeshops bestehen 89,5 % der Suchanfragen aus nur einem Wort, der häufigste Begriff ist „sale“ mit 8,4 % aller Suchen (DooFinder, Q1 2026, über 1 Mio. Suchanfragen).
Eine leistungsfähige Onsite-Suche, Personalisierung, Omnichannel-Angebote und Automatisierung. Alle vier zielen darauf, bestehende Nachfrage besser in Umsatz zu verwandeln.